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 Dünne Hornhaut – höheres Glaukom-Risiko

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Die Messung des Augeninnendrucks ist Teil der Glaukom-Früherkennungsuntersuchung. Foto: dgk |
(dgk) Beim Glaukom (Grüner Star) zerstört ein zu hoher Druck im Auge die empfindlichen Fasern des Sehnervs. Die Folge: Das Gesichtsfeld schrumpft vom Rande her immer mehr, unbehandelt droht die Erblindung. Für die Früherkennung eines Glaukoms spielt die exakte Messung des Augeninnendrucks daher eine wichtige Rolle. Dass die Dicke der Hornhaut einen Einfluss auf die Beurteilung des Augeninnendrucks hat, weiß man schon länger, hielt es aber für unbedeutend.
Neuere Forschungsergebnisse zeigen nun, dass ein enger Zusammenhang besteht zwischen der Hornhautdicke und dem Risiko, eine Verschlimmerung des Grünen Stars zu erleiden. Danach sei die Gefahr, dass sich die Krankheit im Laufe der Zeit verschlechtert, bei jenen Glaukom-Patienten am größten, deren Hornhaut ungewöhnlich dünn ist. Patienten mit dicker Hornhaut wären deutlich weniger gefährdet. Die Erklärung dafür ist recht einfach: Die durchschnittliche Hornhautdicke des Menschen liegt bei 0,55 Millimeter. Ist die Hornhaut dünner, wird mit den herkömmlichen Methoden ein zu geringer Augeninnendruck gemessen. Bei einer dickeren Hornhaut schätzt der Arzt den Druck hingegen zu hoch ein.
Augenkliniken, spezielle Augendiagnostikzentren und einige Augenärzte haben dieses Problem erkannt und bieten ihren Glaukom-Patienten inzwischen auch die Messung der Hornhautdicke (Pachymetrie) an. Die Pachymetrie gibt den Ärzten zusätzliche wichtige Informationen für die Behandlung. Hochrisiko-Patienten können rascher erkannt werden, noch bevor ein zu großer Schaden am Auge entstanden ist. Sie erhalten dann früher hochwirksame Medikamente wie zum Beispiel den Wirkstoff Latanoprost aus der Gruppe der modernen Prostaglandinanaloga, die den Augeninnendruck deutlich senken können. Hilfreich ist die Pachymetrie auch bei jenen Fällen, in denen noch nicht sicher ist, ob tatsächlich ein krankhaft erhöhter Augeninnendruck vorhanden ist.
Die Hornhautdickenmessung kann entweder mit einem optischen Gerät oder mit Ultraschall erfolgen. Optische Geräte arbeiten dabei berührungslos und sollen genauere Ergebnisse liefern. Die Untersuchung dauere nur wenige Sekunden, der Patient spüre davon nichts. Die Pachymetrie soll die Sicherheit und Genauigkeit der Glaukom-Diagnose erhöhen. Der Wermutstropfen: Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Untersuchung leider nicht.
An einem Glaukom leiden in Deutschland ca. 800.000 Menschen. Experten rechnen allerdings mit einer hohen Dunkelziffer von weiteren zwei bis drei Millionen Bundesbürgern, deren Augeninnendruck ebenfalls erhöht ist. Die Betroffenen haben davon aber bislang noch nichts bemerkt, weil ein Glaukom keine Schmerzen verursacht und die Ausfälle des Gesichtsfeldes zunächst nicht wahrgenommen werden. Wer sicher gehen möchte, sollte spätestens ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig eine Glaukom-Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt vornehmen lassen. Die einmaligen Kosten von ca. 20 Euro hierfür müssen privat bezahlt werden, doch das sollte einem das Augenlicht wert sein.
Eine Informationsbroschüre zum Thema Glaukom kann man gegen Einsendung eines mit der eigenen Adresse versehenen und mit 1,44 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlags bestellen bei:
Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Stichwort: Glaukom-Diagnose
Postfach 1207
35002 Marburg
Autor: Dr. Ingolf Dürr (Quelle: dgk)
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