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Auf die Wahl des richtigen Mittels kommt es an. Foto: dgk

Die Geschichte der Behandlung von Schmerzen ist beinahe so alt wie die Menschheitsgeschichte. Der von Geistern und Dämonen ausgesandten Kraft, wie der Schmerz in der Vorzeit gesehen wurde, setzten die Menschen damals Amulette, Talismänner und Rituale entgegen. Auch die schmerzlindernde Kraft mancher Pflanzen war früh bekannt. „Erster Meilenstein auf der Suche nach Schmerzmitteln war sicher die Entdeckung des Opiums etwa 2.000 Jahre vor Christus“, so Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e.V., Marburg.

Entscheidende Entwicklungen und Fortschritte konnten allerdings erst in den letzten 200 Jahren erzielt werden, berichtet der Experte. „Die Isolierung von Morphin, die Synthese und Entdeckung der Acetylsalicylsäure (ASS), des Paracetamols und etwa 50 Jahre später des Ibuprofens und der Kombinationspräparate waren daran beteiligt“. Heute steht die Entwicklung von effektiven Strategien bei der Schmerztherapie im Fokus, also der sinnvolle Einsatz und verantwortungsvolle Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln, sagt Krause. Denn die Bilanz der Schmerztherapie ist bis heute oft unbefriedigend, weil beispielsweise die bestehenden Möglichkeiten nicht ausgeschöpft werden.

Dabei bietet die moderne Schmerztherapie wirksame und schonende Mittel zur Schmerzbekämpfung an. „Kaum ein Mensch muss heute unnötig an seinen Schmerzen leiden“, so Krause. Und die Wissenschaft erarbeitet ständig weitere Erkenntnisse. Beispielsweise werden neue Substanzen entwickelt, die für einen Teil der Patienten neue Therapiemöglichkeiten eröffnen. Vorhandene Mittel werden in ihrer Darreichung verbessert, alternative Behandlungsformen erprobt oder „alte Arzneimittel“ neu bewertet.

So erbrachte eine bundesweite Studie über freiverkäufliche Schmerzmittel bei der Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne bahnbrechende Ergebnisse. An dieser Studie nahmen knapp 1.800 Männer und Frauen teil. Untersucht wurde unter anderem die Wirksamkeit einer fixen Dreifachkombination aus ASS, Paracetamol und Koffein gegenüber den Einzelwirkstoffen ASS und Paracetamol sowie einer Zweier-Kombination aus ASS und Paracetamol.

Dieser erste direkte Vergleich aller Wirkstoffe ergab, dass die Dreierkombination am schnellsten und effektivsten wirkt. Sie verfügt zudem über ein breiteres Wirkspektrum. „Dies ist durch die Entfaltung des schmerzlindernden Effektes auf verschiedenen Ebenen zu erklären“, meint Krause. Durch das Koffein kommt es zu einem überadditiven Effekt. Das bedeutet, die Einzelsubstanzen unterstützen sich in der Kombination gegenseitig und erzielen gemeinsam einen größeren Erfolg als bei einzelner Gabe. „Dadurch kann die Einzeldosierung der Substanzen verringert werden“, erläutert Krause, „was der Verträglichkeit zu Gute kommt“.

Kombinationspräparate gelten daher seitens der Fachgesellschaften wie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) bei Spannungskopfschmerzen und Migräne als Mittel der ersten Wahl. „Der Fortschritt liegt nicht immer in bahnbrechenden Neuerfindungen“, meint dazu der Marburger Schmerzexperte. Allein die Neuordnung des Systems durch solche Studien, so Krause, bringt Klarheit und hilft, Standards zu setzen. (Quelle: sra)


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