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Bildschirmarbeit: Wer zu selten blinzelt, wird krank


Rote Augen, Sehstörungen, Schmerzen. Unter diesen Symptomen leiden etwa 40 Prozent aller Berufstätigen, die lange vor Bildschirmen sitzen müssen. Tübinger Mediziner untersuchten diese Beschwerden und fanden den Grund. Wer mit dem Computer arbeitet, blinzelt zu selten. Ihre Studie veröffentlichten sie im Fachblatt "Der Ophthalmologe".

Schon nach wenigen Stunden Bildschirmarbeit fühlt sich der Lidschlag an, als ob Sandkörner über die Hornhaut schleifen. Dies sind Anzeichen für ein trockenes Auge. Durch den verminderten Tränenfilm rauht sich im Extremfall die Hornhaut auf, was häufig zu Sehstörungen führt. Focke Ziemssen von der Augenklinik der Universität Tübingen fand nun heraus, dass Menschen bei der Bildschirmarbeit durchschnittlich nur 4,3-mal pro Minute blinzeln. Normalerweise blinzeln wir mehr als doppelt so oft (9,7-mal pro Minute). Werden die darauf folgenden Beschwerden nicht behandelt, wird die natürliche Widerstandskraft des Auges gegen Krankheitserreger beeinträchtigt.

Bevor eine Behandlung mit Augentropfen erfolgt, fordert Ziemssen eher regelmäßige Pausen. So raten Augenärzte, mindestens jede halbe Stunde die Computerarbeit für einige Minuten zu unterbrechen. Ein neuer viel versprechender Therapieansatz beeinflusst die Lidschlaghäufigkeit durch Animation mit optischen oder akustischen Reizen. In ersten Untersuchungen wurde der Lidschlag mit einem visuellen Signal auf dem Bildschirm gekoppelt. Nach einiger Zeit erfolgt der Lidschlag reflexartig, wenn das visuelle Signal erscheint. Diese Stimulation reicht aus, um die durch die Bildschirmarbeit gesenkte Aktivität wieder auf ein Niveau zu steigern, das der Lidschlaghäufigkeit in Ruhe entspricht. (Quelle: Der Ophthalmologe)


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