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Wenn der Tränenfilm zerreißt



Foto: DGK

Der Tränenfilm, der das menschliche Auge bedeckt, hat mehrere Funktionen. Er schützt das Auge vor dem Austrocknen, spült Staub und andere Fremdkörper heraus, enthält Nährstoffe für die Hornhaut sowie Abwehrzellen, die eingedrungene Krankheitserreger bekämpfen sollen. Um alle diese Aufgaben erfüllen zu können, ist der Tränenfilm in mehrere Schichten unterteilt.

Direkt auf der Hornhaut liegt eine dünne Schleimschicht. Sie sorgt dafür, dass die an sich wasserabstoßende Hornhautoberfläche überhaupt erst benetzbar wird. Zum anderen kann sie Fremdkörper, die ins Auge geraten sind, umhüllen und unschädlich machen. Volumenmäßig den größten Anteil am Tränenfilm stellt die wässrige Schicht. Sie besteht aus Wasser, versorgt die Hornhaut mit Nährstoffen und enthält Abwehrzellen, die eingedrungene Krankheitskeime bekämpfen. Zur Luft hin schließt ein dünner Fettfilm, die so genannte Lipidschicht, die Tränenflüssigkeit ab. Diese Lipidschicht stabilisiert den Tränenfilm nach außen und verhindert, dass er zu rasch aufreißt. Somit wird die Verdunstung der Tränenflüssigkeit verringert.

Was passiert, wenn der Tränenfilm nicht mehr ausreichend stabil ist, also zu oft aufreißt, das erfahren mehr als zehn Millionen Menschen hierzulande fast täglich am eigenen Leibe. Sie leiden unter dem Trockenen Auge oder Sicca-Syndrom. Sie kennen das Gefühl, als ob kleine Sandkörner unter den Augenlidern auf der Hornhaut kratzen, ihre Augen sind gerötet, jucken und brennen oft unerträglich. Als Auslöser vermutet man Umweltbelastungen zum Beispiel durch Ozon, häufiges Arbeiten am Computermonitor, Klimaanlagen in Büro und Auto, die die Raumluft austrocknen, oder auch manche Medikamente, die den Tränenfluss beeinträchtigen können.


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Bei nahezu 80 Prozent der Patienten mit Trockenem Auge, so haben Wissenschaftler herausgefunden, ist eine Störung der Lipidschicht Ursache der Beschwerden. Die Tränendrüsen produzieren demnach eigentlich genügend wässrige Phase, das heißt Tränen; doch ohne intakte Lipidschicht verdampft 10 bis 20 Mal mehr Tränenflüssigkeit als normal.

Dies könnte erklären, warum die meist übliche Behandlung des Trockenen Auges mit Benetzungsmitteln, die die Tränenmenge erhöhen sollen, oft nicht den von den Patienten gewünschten Erfolg bringt. Mehr Sinn machen würde es, so sagen Experten, die Lipidschicht im Tränenfilm zu stärken. Dafür geeignet seien Liposomen-haltige Präparate wie zum Beispiel Tearsagain-Augenspray oder Liponit. Liposomen sind mikroskopisch kleine Kügelchen aus Phospholipiden, also Fettmolekülen, die auf das geschlossene Augenlid aufgesprüht werden und so die Lipidschicht des Tränenfilms bis zu vier Stunden stabilisieren können.

Neben der Liposomen-Behandlung sollten Betroffene aber auch darauf achten, die eigentlichen Ursachen des Trockenen Auges zu vermeiden. Am PC also nicht andauernd starr auf den Monitor sehen, sondern öfters blinzeln und klimatisierte Räume möglichst meiden. (Quelle: DGK, Autorin: Sabine Schmid)


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