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Schmerzbehandlung bei dementen Menschen
Mit Gefühl und Aufmerksamkeit

Für die erfolgreiche Behandlung von starken Schmerzen ist gelungene Kommunikation zwischen Arzt und Patient eine Grundvoraussetzung. Die Auskünfte des Betroffenen ermöglichen dem Arzt ein gezieltes Nachfragen, um den Schmerz zu ergründen. Dann erst kann mit geeigneten Mitteln der Schmerz gelindert werden.

Was passiert aber, wenn Kommunikation gar nicht oder nur eingeschränkt möglich ist? Wie kann einem an Demenz erkrankten Menschen, der unter Schmerzen leidet, geholfen werden? Der Einsatz von geläufigen Skalen und Fragebögen zur Schmerzerfassung, die meistens auch umfangreiche Beschreibungen der Symptome erfordern, ist in dieser Situation nicht mehr möglich. „Dennoch ist gerade Kommunikation die Schlüsselkompetenz beim Umgang mit Menschen die unter Demenz leiden: Der Betreuer muss ihre Wirklichkeit erkennen und akzeptieren und sich darum bemühen, ihre Sprache zu lernen“, betont Dr. Ingolf Dürr, Leiter der Initiative „Altern in Würde“ im Deutschen Grünen Kreuz e. V., Marburg.

Häufig scheitert bereits die Kontaktaufnahme mit dementen Personen. Für Ärzte und nicht speziell ausgebildetes Pflegepersonal ist es ungewohnt, dass Kontakt vorwiegend auf der Gefühlsebene stattfindet. Denn obwohl der Patient seine kognitive Leistungsfähigkeit verloren hat, ist er durchaus in der Lage, Gefühle und Stimmungen zu erfassen. Mühelos unterscheidet er zwischen echter Zuwendung und bloßem freundlichen Getue. „Feinfühligkeit, Geduld und Mitgefühl sind bei der Kontaktaufnahme wichtiger als fachliches Können“, erklärt Dürr.

Ist ein Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Betreuer hergestellt, fällt der Beobachtung eine besondere Bedeutung zu. Inzwischen stehen hierfür auch spezielle Beurteilungsskalen zur Verfügung. Mit der ECPA-Skala (Verhaltens-Skala zur Evaluation der Schmerzen beim alten Menschen) werden beispielsweise elf Parameter erfasst, die sich auf Beobachtung während und außerhalb der aktiven Pflege stützen. Im Focus stehen verbale Äußerungen von Schmerz, Schonhaltungen, Schlaf und Motorik.

Durch genaue und geduldige Beobachtung und durch verbale und nonverbale Kommunikation kann festgestellt werden, ob eine Behandlung mit Schmerzmitteln notwendig ist. „Wichtig ist dann, dass die Maßnahme vom Betroffenen akzeptiert wird“, so Dürr. Weigert sich der Patient beispielsweise Tabletten zu schlucken oder hat er Angst vor Spritzen, so ist ein Pflaster möglicherweise die bessere Alternative.

Entscheidet sich der Arzt aufgrund der Beobachtungen für die Gabe von fentanylhaltigen Schmerzpflastern, empfehlen Experten einen Therapieeinstig mit niedriger Dosierung und fortgesetzter Beobachtung des Patienten. Entscheidend für eine gute Betreuung ist die Zusammenarbeit zwischen Arzt, Pflegepersonal und Angehörigen. „Eine vertraute Person findet manchmal leichter Zugang, aber auch Arzt und Pfleger sollten versuchen, eine gute Beziehung zum betroffenen Menschen zu entwickeln“, erklärt Dürr. (Quelle: dgk)


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