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 Altersabhängige Makuladegeneration – gefährlich, aber kaum bekannt
 Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die Hauptursache für Erblindungen und hochgradige Sehbehinderungen in den Industriestaaten. Doch nur 14 Prozent der Bundesbürger können mit dem Begriff „Makuladegeneration“ überhaupt etwas anfangen. Das ist das Ergebnis einer weltweiten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup, in die auch Deutschland einbezogen war. Das Risikobewusstsein ist dementsprechend gering ausgeprägt, regelmäßige Augenuntersuchungen lassen nur wenige vornehmen.
Die AMD ist eine degenerative Netzhauterkrankung, bei der das zentrale Sehvermögen zunehmend schwindet. Geschädigt wird vor allem die Makula, jene Stelle auf der Netzhaut, mit der wir am schärfsten sehen können. In der Makula sind die lichtempfindlichen Zellen (Photorezeptoren) am dichtesten gepackt. Je mehr diese Photorezeptoren absterben, umso schlechter sieht die betroffene Person. Alltägliche Verrichtungen wie Lesen oder Autofahren werden immer schwieriger. Erste Anzeichen können sein, wenn gerade Linien plötzlich gebogen aussehen, Buchstaben verschwinden oder in der Mitte des Blickfeldes ein verschwommener Fleck erscheint. Für gewöhnlich beginnt der Krankheitsprozess nur auf einem Auge. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings hoch, dass in einem späteren Stadium auch das zweite Auge betroffen ist.
Man unterscheidet bei der AMD zwei Formen. Mit ca. 85 Prozent ist die trockene AMD die weitaus häufigere Form. Sie schreitet nur sehr langsam fort und der Sehverlust ist meist begrenzt. Eingeschränkt sind aber leider auch die Behandlungsmöglichkeiten. Ob die Einnahme bestimmter Vitaminpräparate, die Lutein und Zeaxanthin enthalten, den Krankheitsverlauf verzögern oder gar stoppen kann, wird derzeit diskutiert.
Gefährlicher für das Augenlicht ist die feuchte Makuladegeneration, denn sie verläuft wesentlich rasanter. Bei der feuchten AMD tritt Flüssigkeit aus neu wuchernden Blutgefäßen in der Netzhaut aus, die Photorezeptoren sterben schneller ab, das zentrale Sehvermögen geht häufig vollständig verloren – und das innerhalb weniger Monate. Aktuell gibt es allerdings auch Hoffnung für Patienten mit feuchter AMD, das Fortschreiten ihrer Erkrankung aufzuhalten. Seit Mai 2006 steht betroffenen Patienten in Deutschland die neuartige Anti-VEGF-Therapie zur Verfügung. Bei dieser Behandlungsform wird der Wirkstoff in das Auge gespritzt und hemmt dort den Wachstumsfaktor VEGF165, der für das unkontrollierte Wachstum der Blutgefäße in der Netzhaut verantwortlich ist.
Erste Erfahrungen zeigen, dass der Erfolg der Anti-VEGF-Therapie dann am größten ist, wenn die Krankheit sich noch in einem frühen Stadium befindet. Es kommt also ganz entscheidend auf die Früherkennung an. Wer über 40 ist, sollte jährlich oder wenigstens alle zwei Jahre seine Augen vom Augenarzt prüfen lassen. Tatsächlich, so ergab die Gallup-Studie, kommen nur etwa die Hälfte der befragten Bundesbürger dieser Empfehlung nach, bei einem Viertel lag die letzte Augenuntersuchung mehr als ein Jahr zurück. 24 Prozent hatten ihren Augenarzt schon länger als zwei Jahre nicht mehr aufgesucht. Das bedeutet: 20 Millionen Deutsche vernachlässigen ihr Augenlicht sträflich. Ein Grund dafür ist sicherlich die Unkenntnis darüber, welche Gefahren den Augen vor allem mit zunehmendem Alter drohen können. (Quelle: DGK)
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