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Rauchen kann blind machen


Eine neue europäische Studie hat jetzt einen engen Zusammenhang zwischen dem Tabakkonsum und dem Erblindungsrisiko aufgedeckt. An der „European Eye Study“ beteiligten sich etwa 5.000 Patienten mit Augenerkrankungen. Bei 27 Prozent dieser Patienten wurde das Rauchen als entscheidende Ursache für den Verlust der Sehkraft identifiziert.

Nach Angaben der Forscher verdoppelt Rauchen zum Beispiel das Risiko für die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), die Erkrankung, die europaweit am häufigsten für schwere Sehbehinderungen und Erblindungen im Alter verantwortlich ist. Bereits zwei Millionen Bundesbürger über 50 Jahren leider unter einer AMD. Das Risiko, an einer AMD zu erkranken wächst mit dem Alter. Sind unter den 70-Jährigen erst 18 Prozent betroffen, so steigt der Anteil der AMD-Patienten bei den über 80-Jährigen auf annähernd 50 Prozent. Am Altern kann man wenig ändern, das Rauchen wäre somit der wichtigste Risikofaktor, auf den man durch sein eigenes Verhalten Einfluss nehmen kann.

Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse fordern nun Patientenorganisationen und Ärzte einen Warnhinweis „Rauchen macht blind“ auf Tabakwaren. In Australien hat die Regierung bereits eine solche landesweite Aufklärungskampagne zu den vermeidbaren Risiken für die AMD gestartet. Dort ist es dadurch zumindest gelungen, die Bevölkerung über die AMD und vermeidbare Risikofaktoren besser zu informieren.

In Deutschland können mit dem Begriff Makuladegeneration lediglich 14 Prozent der Menschen etwas anfangen, das zeigte eine Umfrage des internationalen Meinungsforschungsinstituts Gallup. Dass Rauchen eine erhebliche Gefahr darstellt, wussten selbst viele Betroffene nicht. Weitgehend unbekannt sind auch die wichtigsten Warnzeichen wie verschwommenes Sehen, krumme Linien oder ein grauer Fleck im Zentrum des Blickfelds.

Das ist umso tragischer, weil es seit kurzem mit einer neuartigen Anti-VEGF-Therapie eine verbesserte Behandlungschance speziell für die extrem aggressiv verlaufende feuchte Form der AMD gibt. Der Wirkstoff wird dazu direkt in das Auge gespritzt und kann das Fortschreiten der Erkrankung stoppen oder bei einem Teil der Patienten sogar die Sehkraft wieder verbessern. Am größten ist der Therapie-Erfolg, wenn damit schon im Frühstadium der Krankheit begonnen wird. Das Bewusstein für die Früherkennung von Augenkrankheiten müsste also auch in Deutschland wachsen.

Eine positive Nachricht für Noch-Raucher haben die Wissenschaftler aber noch: Wer mit dem Rauchen aufhört, bei dem verringert sich nach zehn Jahren das Erblindungsrisiko wieder. Nach 20 Jahren ohne Glimmstängel liegt es wieder so hoch wie bei Nichtrauchern. (Quelle: DGK)


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