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 Hintergrund-Informationen zur altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) Das Auge: Aufbau und Funktion

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Das Auge im Querschnitt. Foto: DGK |
Dichter bezeichnen die Augen als Spiegel der Seele. Für Mediziner sind sie die komplexesten Sinnesorgane des Menschen. Der Augapfel hat einen Durchmesser von rund 24 Millimeter und wiegt etwa 7,5 Gramm. Gut geschützt sitzt das kugelförmige Organ in der Augenhöh-e (Orbita), eingebettet in einer Mischung aus Fett und Bindegewebe. Von außen ist das Auge von der Lederhaut umschlossen, die nach vorne hin in die transparente Hornhaut übergeht. Sechs Muskeln bewegen es nach oben, unten, rechts oder links, sie lassen die Augäpfel im Uhrzeigersinn rollen oder auch mal dagegen.
Der Sehnerv und die Nerven der Augenmuskeln sind die "Drähte" zum Gehirn. Die Farbe des Auges wird durch die Regenbogenhaut, im Volksmund auch Iris genannt, bestimmt. Die Netzhaut (Retina) ist die innerste Schicht der Augapfelschale. Sie enthält zwei Arten von Sehzellen: Stäbchen und Zapfen, die Lichtreize in Nervenimpulse umwandeln. Stäbchenzellen ermöglichen das Schwarz-Weiß-Sehen in der Dunkelheit, Zapfen bewerkstelligen das Farbensehen bei Tageslicht und Dämmerung. Die höchste Konzentration von Zapfen befindet sich im so genannten gelben Fleck (Makula), der Netzhautregion des schärfsten Sehens.
Die Lider, die Brauen und die Wimpern bilden den optimalen Schutz für das komplexe Sehorgan, denn sie halten erfolgreich Staub und Schweiß von den empfindlichen Augen fern. Der Lidreflex schützt die Iris zusätzlich vor Fremdkörpern aus der Luft und verteilt gleichzeitig die Tränenflüssigkeit, die durch die innen liegenden Tränen- und Talgdrüsen produziert wird.
Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD)
Die altersabhängige Makuladegeneration ist die Hauptursache für starke Sehbehinderung und Blindheit bei älteren Menschen in den Industrieländern. Bereits heute sind mehr als 20 Millionen Menschen in den westlichen Industrieländern von dieser Augenerkrankung betroffen – Tendenz steigend mit der steigenden Lebenserwartung der Menschen.
Die Makula ist die Stelle auf der Netzhaut, mit der der Mensch am schärfsten sehen kann. Ihr Durchmesser beträgt allerdings nur drei bis vier Millimeter. Die Makula-Region besteht aus Millionen Sehzellen (Zapfen). Diese Sehzellen sind für das Farbensehen zuständig. In der restlichen Netzhaut herrschen die Stäbchen vor. Sie liefern uns zwar nur unscharfe Schwarzweißbilder, funktionieren aber auch bei schwachem Licht. Alle Erkrankungen der Netzhaut sind schmerzfrei, weil die Netzhaut keine Schmerzfasern besitzt. Dadurch gibt es für mögliche Erkrankungen an der Netzhaut keine Warnsignale, weshalb eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt sehr wichtig ist.
Trockene AMD
85 Prozent der Menschen mit altersabhängiger Makuladegeneration leiden an der trockenen Form. Sie schreitet sehr langsam fort und das Sehen kann lange nur gering beeinträchtigt sein. In einem sehr schleichenden Prozess entwickelt sich die trockene AMD bis hin zu schwerwiegenden Einbußen des Sehvermögens. Oft verkümmert die Netzhaut und immer mehr lichtempfindliche Zellen in der Netzhautmitte gehen zugrunde. Je näher die Stelle des schärfsten Sehens betroffen ist, desto größer sind die Einschränkungen für den Patienten. Für Patienten mit einer trockenen altersabhängigen Makuladegeneration gibt es bisher nur sehr begrenzte Behandlungsmöglichkeiten. Das Sehen kann aber durch vergrößernde Sehhilfen (z.B. beleuchtete Leselupe, ein Bildschirmlesegerät oder Bücher in Großdruck) unterstützt werden.
Feuchte AMD
Die größere Gefahr für das Augenlicht geht von der feuchten AMD aus, denn sie verläuft wesentlich rasanter und aggressiver als die trockene Form. 15 Prozent der an der altersabhängigen Makuladegeneration erkrankten Patienten sind von der feuchten Form betroffen. Sie ist allerdings auch für über 90 Prozent der schweren Sehbehinderungen verantwortlich.
Bei der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration kommt es zum Wachstum krankhaft veränderter Blutgefäße im Bereich der Makula. Aus diesen abnormalen Gefäßen treten Blut und Flüssigkeit aus, die in das umliegende Netzhautgewebe eindringen und die Sehzellen dort massiv beschädigen.
Begünstigt wird das unkontrollierte Wachstum der krankhaft veränderten Blutgefäße durch den Vaskulären Endothelialen Wachstumsfaktor VEGF 165, ein körpereigenes Eiweißmolekül, welches unter anderem von den Zellen des Pigmentepithels im Auge gebildet wird und bei der Entstehung der feuchten AMD eine große Rolle spielt.
Symptome
Frühe Warnzeichen für die Erkrankung an einer altersabhängigen Makuladegeneration können sein, wenn Probleme beim Lesen auftreten oder die Anpassung von hell nach dunkel länger braucht als gewohnt. Im weiter fortgeschrittenen Stadium können gerade Linien krumm erscheinen, Gesichter verschwimmen oder unscharf werden, Buchstaben verschwinden, Farben schwächer werden und in der Mitte des Blickfeldes ein dunkler Fleck auftauchen, der langsam aber stetig immer mehr Raum einnimmt. Die altersabhängige Makuladegeneration tritt meist zunächst nur an einem Auge auf. Bei etwa der Hälfte der Patienten entwickelt sich jedoch innerhalb von fünf Jahren auch eine Makuladegeneration am anderen Auge. In Deutschland leiden ein bis zwei Millionen Menschen an einer Form der Makuladegeneration.
Diagnose
Der Augenarzt untersucht mit Hilfe einer Lichtquelle und einem Augenspiegel oder einer Lupe den Hintergrund des Sehorgans. Eine auffällige Veränderung an der Netzhaut oder der Makula kann der Facharzt auch schon bei einer Routineuntersuchung erkennen.
Eine der ersten Untersuchungen bei einem Verdacht auf eine Erkrankung der Netzhaut ist der Test mit dem Amsler-Gitter. Zur genaueren Untersuchung, welche Therapie bei der feuchten Makuladegeneration angewendet werden soll, wird eine Farbstoff-Untersuchung (Fluoreszenzangiographie) durchgeführt. Dabei wird in die Armvene ein fluoreszierender Farbstoff gespritzt und mit einer Kamera dessen Verteilung in den Netzhautgefäßen beobachtet. Wodurch neue oder undichte Blutgefäße sichtbar gemacht werden. Somit kann der Augenarzt die Ausdehnung der Netzhautschäden und das Ausmaß der Erkrankung besser beurteilen.
Ursachen
Der größte Risikofaktor ist das Alter: Da die Makula die meisten Sehzellen enthält, fallen hier besonders viele Stoffwechsel-Abbauprodukte des Sehprozesses an. Diese Abbauprodukte gelten als eine der Ursachen der altersabhängigen Makuladegeneration. Die Wahrscheinlichkeit, an der AMD zu erkranken, steigt ab dem 50. Lebensjahr drastisch. Im Alter zwischen 70 und 74 Jahren leiden ungefähr 18 Prozent der Menschen an dieser Augenkrankheit, in der Altersgruppe der 85-Jährigen liegt die Zahl schon bei 47 Prozent. Auch andere Faktoren, wie Bluthochdruck oder eine familiäre Veranlagung spielen eine Rolle. Vor allem das Rauchen ist als Auslöser für die AMD bekannt. Auch wer sich oft und ungeschützt der direkten Sonne aussetzt, gefährdet seine Augen. UV-Licht schadet dem Auge nachhaltig.
Prävention
Eine gesunde Ernährung schützt nachweislich vor AMD. Die in Obst und Gemüse enthaltenden Pigmentstoffe wirken sich positiv auf die zentrale Netzhaut auf und verringern so die Anfälligkeit für eine AMD-Erkrankung. Da Rauchen ein sehr hoher Risikofaktor ist, sollte jeder Raucher dieses Laster aufgeben. Auch vor zu hoher Sonneneinstrahlung sollte man sich in jedem Fall ausreichend schützen. Beim Kauf einer Sonnenbrille sollte unbedingt auf die Qualität des Produktes geachtet werden, da nur die Brillen mit dem „CE“-Prüfzeichen wirklich effektiv gegen die Sonnenstrahlen schützen. Um eine schnelle und wirksame Behandlung zu erhalten, ist eine jährliche Prophylaxe-Untersuchung beim Augenarzt unbedingt erforderlich, denn nur bei einer frühzeitigen Diagnose kann eine erfolgreiche Behandlung folgen. Natürlich berät der Augenarzt auch in allen anderen Präventionsfragen und stellt einen individuellen Vorsorge-Plan auf.
Behandlungsmöglichkeiten
Trockene AMD
Bei der Diagnose „Trockene AMD“ sind die Behandlungsmöglichkeiten sehr begrenzt. Außer einer hoch dosierten Vitamin-Therapie, wozu in den USA auch bereits Studien erschienen sind, gibt es keinerlei Möglichkeiten, diese Form der Makuladegeneration zu therapieren.
Feuchte AMD
Bei der feuchten und auch aggressiveren Form der AMD gibt es mittlerweile äußerst erfolgsversprechende Behandlungsmöglichkeiten. Oberstes Ziel jeder Therapie ist es, die neuen krankhaften Blutgefäße im Bereich der Makula und die Ansammlung von Flüssigkeit aus diesen Blutgefäßen zu unterbinden.
Laserphotokoagulation
Bei der Laserphotokoagulation werden Stellen, an denen sich krankhafte Blutgefäße gebildet haben, mit Hilfe eines Laserstrahls verödet. Dies ist aber nur möglich, wenn sich die Gefäße nicht direkt im Bereich der Makula befinden. Denn bei der Behandlung entstehen auch im intakten Gewebe Narben, die dem Sehen schaden.
Photodynamische Therapie
Bei der Photodynamischen Therapie, kurz PDT genannt, wird in die Armvene ein ungiftiger lichtsensibler Farbstoff gespritzt. Dieser reichert sich in den krankhaften Gefäßen an und wird anschließend mittels Laserlicht aktiviert. Dadurch werden die Gefäße gezielt verödet ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Der Neubildung von krankhaften Gefäßen beugt diese Behandlung jedoch nicht vor.
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Injektion ins Auge. Foto: DGK |
Anti-VEGF-Therapie
In den vergangenen Jahren konnten wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein Überangebot des Wachstumsfaktors VEGF 165 (Vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor) eine sehr wichtige Ursache für die Entstehung der feuchten AMD ist. Es handelt sich dabei um ein Eiweißmolekül, das auch in der Netzhaut produziert wird und dort eine Bildung neuer Blutgefäße fördert. Einen neuen und sehr Erfolg versprechenden Behandlungsweg verfolgt man daher nun mit Medikamenten, durch die dieser Wachstumsfaktor ausgeschaltet werden kann.
Das erste zugelassene Medikament dieser Art hemmt gezielt den wichtigsten Wachstumsfaktor VEGF 165. Es unterbindet damit die krankhafte Neubildung von Blutgefäßen in der Netzhaut und kann das Fortschreiten des Sehverlustes unterbinden und bei einem Teil der Patienten zu einer Verbesserung der Sehkraft führen. Damit der Wirkstoff seine Wirkung entfalten kann, muss das Medikament direkt in das Auge injiziert werden. Es handelt sich dabei um einen schmerzfreien Eingriff, der ambulant unter Reinraumbedingungen vorgenommen werden kann. Um die volle Wirksamkeit zu gewährleisten, muss die Injektion alle sechs Wochen über einen längeren Zeitraum wiederholt werden und bedarf einer regelmäßigen Nachkontrolle durch den Augenarzt. (Quelle: DGK)
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