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Neue Technologie verbessert die Wirkdauer eines bewährten Schmerzmittels


Neue Technologien machen es möglich: Bei starken Schmerzen
reicht auch eine am Tag. Foto: pixtal

Patienten mit starken chronischen Schmerzen benötigen dauerhaft eine spezielle Schmerztherapie. Häufig werden Opioide eingesetzt. „Opioide sind die stärksten zur Verfügung stehenden Schmerzmittel“, erläutert Wolfgang Sohn, Schmerztherapeut aus Schwalmtal. Außerdem sind sie den körpereigenen Opioiden, den Endorphinen, chemisch sehr ähnlich und zeigen daher auch bei Langzeitanwendung ein gutes Verträglichkeitsprofil.

Bis vor einigen Jahren stellten jedoch Opioide Ärzte und Patienten vor ein großes Problem: „Diese Medikamente werden vom Körper schnell abgebaut und wirken daher nur für wenige Stunden“, erklärt Sohn. Sie mussten daher im vier Stunden Rhythmus, also auch nachts, eingenommen werden und störten die für Schmerzpatienten so wichtige Nachtruhe.

Mit der Einführung einer Retard-Tablette wurden erste Fortschritte erzielt: Bei Retardpräparaten ist der Wirkstoff an eine Substanz gebunden, die sich im Magen und Darm langsam auflöst. „Das Schmerzmittel wird kontinuierlich freigesetzt“, so der Schmerzexperte. Retardierte Opioide müssen immer noch mehrfach täglich, meist aber nicht in der Nacht eingenommen werden.

Ein großer Meilenstein in der Schmerztherapie war die Entwicklung der Schmerzpflaster vor wenigen Jahren. „Die Opioide werden bei den Pflastern durch die Haut in das Blut transportiert und umgehen den Magen-Darmtrakt“, erläutert Sohn weiter. Diese Technologie vermindert die Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung. Auch die Anwendung im dreitägigen Intervall, ist für viele Patienten ein großer Vorteil. Leider aber nicht für alle, denn nicht jeder Patient kann Pflaster anwenden.

Doch die Entwicklung bleibt nicht stehen. „Obwohl die Wirkstoffe kaum zu verbessern sind, können mit neuen Techniken immer wieder Optimierungen für die Patienten erzielt werden“, meint der Schmerzexperte. Seit 01.08.2006 wird ein osmotisch aktives System mit einem hochwirksamen Schmerzmittel angeboten. Bei dieser Technik wird der Vorgang der natürlichen Flüssigkeitsverteilung, der Osmose, genutzt.

Die Kapsel besteht aus zwei Komponenten: eine Quellschicht und dem Wirkstoff. Beide sind von einer festen Außenschale umgeben, die wasserdurchlässig ist. Im Magen-Darmkanal dringt nun Wasser durch die Außenschale ein. Die Quellschicht bindet das Wasser wie ein Schwamm und dehnt sich dadurch aus. Durch diese Ausdehnung wird der Wirkstoff nach und nach durch eine lasergebohrte Öffnung aus seiner Hülle hinausgedrückt.

Die Wirkstoffkonzentration im Blut bleibt dabei über den Tag gleichmäßig verteilt1 und wirkt über 24 Stunden schmerzstillend.2 „Hier werden erstmals die Vorteile der oralen mit denen der transdermalen Behandlung kombiniert“, bestätigt Sohn. Neue Technologien wie diese bereichern das Therapieangebot und erleichtern den Patienten den Umgang mit den Schmerzen. (Quelle: sra im dgk)

Quellen:
1) Drover DR et al.: Input characteristics and bioavailabiltity after administration of immediate and a new extended-release formulation of hydromorphone in healthy volunteers. Anaesthesiology 2002; 97 (4):827-836
2) Palangio M et al.: Dose conversion and titration with a novel, once-daily, OROSâ osmotic technology, extended-release hydromorphone formulation in the treatment of chronic malignant or nonmalignant pain. J Pain Symptom Manage 2002; 23(5):355-68


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