 |
 |
 |
 |
 |
|

Die Volkskrankheit Gelenkschmerz legt Millionen Deutsche lahm
|
| Rückenschmerzen gefährden einige Berufsgruppen besonders stark |
|
|
 Ausgetrickst: Spiegelbild überlistet bei Phantomschmerzen das Gehirn

 |

Spiegeltherapie: Eine neue Option zur Behandlung von Phantomschmerzen? Foto: photocase |
Drei Viertel aller Patienten leiden nach Amputationen von Gliedmaßen an Phantomschmerzen. Die Verletzung der Nerven bei der Amputation führt zu ständigen Schmerzreizen. Diese andauernden Reize verselbständigen sich, hinterlassen im zentralen Nervensystem Gedächtnisspuren und werden chronisch. Die Beschwerden an dem nicht mehr vorhandenen Körperteil reichen von Missempfindungen bis hin zu starken Schmerzen. Bislang wurden zur Behandlung lediglich Schmerzmittel und lokale Betäubungsmittel eingesetzt. Die sogenannte Spiegelbild-Behandlung soll nun das therapeutische Angebot bereichern und helfen, die Schmerzen zu mindern.
Bei dieser Behandlung setzt sich der Patient so vor einen Spiegel, dass es den Anschein hat, das amputierte Körperteil, Arm oder Bein, sei noch vorhanden. Für das Schmerzempfinden ist diese Vorspiegelung falscher Tatsachen wichtig: Im Gehirn gibt es eine Art Abbild des ganzen Körpers, in dem alle Empfindungen aus den jeweiligen Körperregionen verarbeitet werden. Fehlen diese Eingangssignale aufgrund der Amputation, ersetzen bestimmte Zentren im Gehirn diese Informationen durch Schmerzsignale. Mit Hilfe des Spiegelbildes, wird dem Gehirn vorgegaukelt, dass das amputierte Körperteil noch da sei. Das Eingangssignal wird zum Teil ersetzt. Eine Kompensation durch Schmerzsignale ist also nicht mehr notwendig – so zumindest die Theorie deutscher Wissenschaftler.
Bislang erhielten nur wenige Patienten die Spiegelbild-Behandlung, allerdings mit Erfolg. Die Therapie funktioniert aber nicht beim ersten Mal, sondern erfordert etwas Geduld. Dennoch ist der Ansatz interessant und lässt auf eine Erweiterung der Therapiemöglichkeiten hoffen. Umfangreichere Untersuchungen sollen nun die Wirksamkeit klären. (Quelle: Ärzte Zeitung, 16.05.2006, Medical Tribune, 22.08.2006; sra im dgk)
Zurück zu Schmerzen
|
|
|
|
|