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Die Volkskrankheit Gelenkschmerz legt Millionen Deutsche lahm
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 Innovationen ermöglichen eine differenzierte Schmerzmedizin Schmerztherapeuten kritisieren Listenmedizin und Sparzwänge, welche die Patientenversorgung gefährden
 Innovative Medikamente sowie neue Behandlungs- und Versorgungskonzepte verbreitern das Spektrum der Schmerzmedizin. Sie ermöglichen eine differenzierte Schmerztherapie sowie die Prävention der Schmerzchronifizierung. Die neuen Verfahren stehen im Mittelpunkt des 1. Innovationsforums der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, das am 18. und 19. November in Köln stattfindet. Doch die Schmerzmediziner sind skeptisch, ob die Innovationen auch wirklich bei den Patienten ankommen.
In Deutschland leiden 15 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen, 23,5 Prozent der Bevölkerung. Etwa fünf bis sieben Millionen Menschen befinden sich in jedem Quartal wegen ihrer Schmerzen in ärztlicher Behandlung, mehr als 600 000 davon leiden an problematischen Schmerzzuständen. "Die Schmerzforschung hat in den letzten Jahren Fortschritte gemacht und uns neue Einsichten geliefert", erklärt Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie. "Diese Erkenntnisse haben zu innovativen Medikamenten und Behandlungskonzepten geführt, die es uns ermöglichen, die Therapie den individuellen Besonderheiten der Patientinnen und Patienten besser anzupassen."
Die Schmerzbehandlung orientiert sich beispielsweise zunehmend an der individuellen Art und der Ursache des Schmerzes, weniger an dessen Intensität. Darum wird es auch nie ein einziges Allheilmittel für alle Schmerzarten geben. Müller-Schwefe: "Nötig sind neue Medikamente, die beispielsweise ganz gezielt an bestimmten Stellen der Schmerzverarbeitung eingreifen oder die weniger Nebenwirkungen haben. Ebenso erforderlich sind auch neue Versorgungskonzepte, damit eine drohende Schmerzchronifizierung frühzeitig erkannt und präventiv behandelt werden kann."
In den letzten Monaten wurden gleich mehrere Medikamente zugelassen, bzw. stehen kurz vor der Zulassung, die das therapeutische Spektrum der Schmerzmediziner erweitern. "Wir sind sehr froh", so Müller-Schwefe, "dass diese Innovationen zur Verfügung stehen." Allerdings haben die Spezialisten Sorge, ob die Innovationen auch tatsächlich den Patienten zu Gute kommen. "Angesichts der Entwicklungen in der Gesundheitspolitik und dem verhängnisvollen Trend zur Listenmedizin, können wir nicht sicher sein, dass Ärzte ihren Patienten auch weiterhin innovative Medikamente verordnen können." (Quelle: presseportal.de)
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