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Häufige Migräne: Experten setzen auf Vorbeugung



Eine vorbeugende Behandlung
von Migräne bedeutet mehr Lebensqualität. Foto: pixtal

Nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) leiden in Deutschland etwa 14 Prozent aller Frauen und acht Prozent der Männer an Migräne. Sind die Attacken häufig oder sehr stark, besteht die Gefahr, dass die Beschwerden chronifizieren. Außerdem ist der übermäßige Gebrauch akuter Schmerzmittel problematisch. Vorbeugung von Migräne kann deshalb wichtig sein.

Der Migräneschmerz entsteht vermutlich durch eine Überaktivität von Nervenzellverbänden des Hirnstamms, die als körpereigener Migränegenerator fungieren. In der Folge kommt es förmlich zu einer Explosion biochemischer Prozesse. Botenstoffe, so genannte Neurotransmitter werden übermäßig freigesetzt. „Das lässt die Blutgefäße im Gehirn anschwellen“, erläutert Dr. Martin Gessler, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie aus München. Die Gefäße werden durchlässiger, und Gewebeflüssigkeit tritt aus. „Dies verursacht eine Entzündung der Nerven, die als pochender Schmerz empfunden wird“, so der Experte weiter.

Zur Behandlung der Schmerzen gibt es heute eine Reihe von Medikamenten, die in den meisten Fällen wirksam sind. „Wer diese Mittel aber zu häufig einnimmt, riskiert einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch“, erläutert Gessler. Leidet ein Patient mindestens drei Mal im Monat an Migräne, oder dauern die Anfälle länger als 72 Stunden, rät der Experte, an eine Vorbeugung zu denken. „Das gilt auch für Betroffene, die einen hohen Leidensdruck haben und deren Lebensqualität stark eingeschränkt ist“, so Gessler weiter. Werden Schmerz- und Migränemittel an mehr als zehn Tagen pro Monat eingenommen, oder werden die Nebenwirkungen der Akuttherapie nicht toleriert, ist das auch ein Grund für eine vorbeugende Behandlung.

Bisher wurde eine Vorbeugung mit Betablockern oder Kalziumantagonisten durchgeführt. Seit Sommer 2005 ist zur Vorbeugung auch eine Therapie mit dem Wirkstoff Topiramat möglich. „Wissenschaftliche Daten haben den Effekt des Wirkstoffes gezeigt“, bestätigt der Münchner Neurologe. Bei jedem zweiten Patienten reduzierten sich die Migräneattacken um die Hälfte, jeder vierte Patient hatte sogar 75 Prozent weniger Attacken.

Viele Menschen sind ihr ganzes Leben von Migräne betroffen. Es ist daher sinnvoll, den Umgang mit der Erkrankung zu lernen. Es gibt einige Maßnahmen, die generell einen positiven Einfluss auf Migräne haben. So ist beispielsweise regelmäßiger Ausdauersport zu empfehlen. Auch Stressbewältigungsverfahren und Entspannungsmethoden helfen vielen Betroffenen. „Um Migräneauslöser zu erkennen ist das Führen eines Kopfschmerzkalenders sehr hilfreich“, betont Gessler. Viele Patienten erfahren auch Unterstützung durch eine Selbsthilfegruppe.

Manchmal ist aber auch die Behandlung durch einen Schmerztherapeuten oder Neurologen erforderlich. Adressen dieser Ärzte können Betroffene beispielsweise im Internet beim Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (www.forum-schmerz.de ) finden. (Quelle: sra im dgk)


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